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Universitäts-Sternwarte München


Fakultät für Physik der Ludwig-Maximilians-Universität

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Aktuelles


21.12.2020

Grosse Konjunktion beobachtet am Wendelstein

Jupiter-Saturn_Wendelstein.tif (TIFF-Format)
Jupiter-Saturn_Wendelstein_ohne.tif (TIFF-Format)
Wendelstein-Observatorium
21.12.2020 16:21 UT
Teleskop 43cm
3 sec Belichtung in H-alpha
Abstand Jup-Sat: 6.1 arcmin

15.12.2020

Filament von 50 Millionen Lichtjahren Länge

Vergleich eRosita/Magneticum

Mehr als die Hälfte der Materie in unserem Universum entzog sich bislang unserem Blick. Astrophysiker hatten allerdings eine Vermutung, wo sie sich befinden könnte: in sogenannten Filamenten, unvorstellbar langen Strukturen aus heißem Gas, die Galaxien und Galaxienhaufen umgeben und miteinander verbinden. In Computer-Simulationen von Dr. Veronica Biffi und PD Dr. Klaus Dolag, von der Universitäts-Sternwarte München und dem Exzellenzcluster ORIGINS, ähneln diese Filamente aus heißem Gas frappierend dem Filament von 50 Millionen Lichtjahren Länge, das ein Team unter Federführung der Universität Bonn nun erstmals mit dem Weltraumteleskop eROSITA beobachtet hat. Während die Beobachtung damit Vorstellungen von der Entstehung und Entwicklung unseres Universums bestätigt, erlauben die Simulationen, die Ergebnisse, die in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics erschienen sind, zu interpretieren und die Entstehung dieser Strukturen zu beleuchten.


19.11.2020

Auszeichnung für Harald Lesch

USM-Professor Harald Lesch wird mit einem der diesjährigen Bayerischen Buchpreise ausgezeichnet - mit dem Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten, der für ein "herausragendes publizistisches Gesamtwerk" vergeben wird. Das hat die bayerische Staatsregierung bekanntgegeben. Ministerpräsident Markus Söder bezeichnete Lesch in der Mitteilung als ein "Multitalent": "vielfach ausgezeichneter Astrophysiker, Philosoph, Buchautor, Wissenschaftsjournalist und Fernsehmoderator". Lesch sei "ein herausragender Wissensvermittler, der in seinen Büchern hoch-komplexe Phänomene und komplizierte Zusammenhänge der Wissenschaft für jedermann verständlich macht". er sei zudem ein "engagierter Kämpfer für die Bewahrung unserer Schöpfung", heißt es in der Mitteilung der bayerischen Staatsregierung weiter. Er werbe und streite "auf intellektuellem Niveau für mehr Wissen, mehr Bildung und mehr Bewusstsein für den Klimawandel. Oft unbequem, immer aber konstruktiv." Söder nennt Lesch "ein Vorbild für die Verantwortung der Wissenschaft in einer demokratischen Gesellschaft".
Lesch, Jahrgang 1960, ist Professor für Astrophysik an der LMU. Einem breiteren Publikum bekannt ist er vor allem durch seine Fernsehauftritte. Er moderierte Sendungen wie "alpha-Centauri" und "Abenteuer Forschung". Aktuell ist er regelmäßig mit "Leschs Kosmos" und "Terra X" zu sehen. Zudem veröffentlichte er eine Reihe von erfolgreichen Büchern. Zu den jüngeren Arbeiten gehören "Kosmologisch", "Was hat das Universum mit mir zu tun?", "Die Menschheit schafft sich ab" und "Wenn nicht jetzt, wann dann?".
Der Bayerische Buchpreis wird seit 2014 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels - Landesverband Bayern vergeben und von der Bayerischen Staatskanzlei gefördert. Er wird in diesem Jahr am 19. November 2020 verliehen.

13.10.2020

Mars-Bild mit dem Fraunhofer-Refraktor

Aufnahme des Mars

Diese Aufnahme zeigt unseren Nachbarplaneten Mars in der Nacht vom 19. auf den 20. Oktober 2020, beobachtet mit dem historischen 28,5-cm-Fraunhofer-Refraktor (Baujahr 1835) vom Garten der Universitäts-Sternwarte in München aus. Der Achromat mit Fraunhofer-Objektiv ermöglicht beeindruckende Farbbilder von Planeten mitten in der Großstadt.

Felix Langgaßner (Bachelorstudent) machte diese Aufnahme 6 Tage nach Marsopposition (13. 10. 2020).

Der Mars hat auf dieser Aufnahme eine Entfernung von 64 Millionen km und einen scheinbaren Durchmesser von 22 Bogensekunden. Neben Solis Lacus (dem großen “Auge des Mars” in der Mitte etwas rechts) und Ausläufern des Valles Marineris (dunkler darüberliegender “Zweig” im oberen rechten Drittel) ist auch der Olympus Mons (26.000 m hoch, Durchmesser 600 km) gut zu erkennen inmitten des schwachen weißen Flecks mit dunklerem Zentrum (bei 10 Uhr nahe des Marsrandes).

Mit der Farbkamera ZWO ASI 224MC zeichnete Felix Langgaßner 17.771 Bilder mit je 1/57 sec Belichtungszeit auf, um danach die besten 30% mit “Autostakkert” zu kombinieren und mit “RegiStax” nachzuschärfen.


22.9.2020

Preis für Astrophysikalische Software 2020 an Prof. Birnstiel

Prof. Dr. Til Birnstiel erhält den Preis für Astrophysikalische Software 2020 für die von ihm entwickelte Software zur Modellierung der zeitlichen und räumlichen Entwicklung von Staub in planeten-bildenden Scheiben.

Junge Sterne und die sie umgebenden Scheiben sind aus interstellarer Materie aufgebaut, die zunächst nur sehr kleine, höchstens mikrometergroße Staubteilchen enthalten. Til Birnstiel entwickelte Simulationen, die das Wachstum von Staubteilchen über mehrere Größenordnungen in der Masse beschreiben und die Mechanismen untersuchen, die sie in der Scheibe verteilen und transportieren.

Seine Computerprogramme der Dynamik und Entwicklung von Staubteilchen in Scheiben haben einen großen Einfluss auf das Verständnis der Planetenbildung und sind die am weitesten verbreiteten in diesem Feld. Ihm und seinem Team gelang es, dass sie nicht nur die komplexe zugrunde liegende Physik widerspiegeln, sondern auch flexibel genug sind, um für die Interpretation von Beobachtungsdaten anwendbar zu sein.

Til Birnstiel promovierte 2010 am Max-Planck-Institut für Astronomie. Danach forschte er als Postdoktorand am Exzellenzcluster Universe der LMU München, am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge und am MPIA in Heidelberg. 2017 nahm er den Ruf auf eine Professur für Theoretische Astrophysik an der LMU München an, wo er eine ERC-geförderte Forschungsgruppe zur Planetenentstehung leitet.


19.6.2020

Harald Lesch erhält Deutschen Fernsehpreis

Der USM-Astrophysiker und ZDF-Wissenschaftsjournalist Professor Harald Lesch ist mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet worden. Für die Wissenschaftsreihe "Leschs Kosmos" gewann er stellvertretend f¨r das Team gemeinsam mit Redakteurin Christiane Götz-Sobel die Kategorie "Bestes Infotainment".

Seit 2008 moderiert Professor Lesch die Infotainment-Sendung "Leschs Kosmos" Es klopft an der Tür der Redaktion von „Leschs Kosmos“. Es ist das ZDF, mit einer Überraschung für Professor Lesch: Er bekommt unter Johlen und Applaus seiner Kollegen die gläserne Trophäe des Deutschen Fernsehpreises überreicht. Lesch lacht: „Der Hammer! Ich freue mich, dass meine Redaktion und ich so einen Granatenpreis gewonnen haben.“ Er fühle sich sehr geehrt, auf diese Art und Weise ausgezeichnet zu werden.

„Ich glaube, das, was wir mit Leschs Kosmos versuchen, ist Wissenschaft so zu präsentieren, dass die Leute möglichst lang dranbleiben und vor allem dann, wenn die Sendung zu Ende ist, nicht gleich wieder damit aufhören, sondern sich eben weiter für Wissenschaft zu interessieren, für die Art und Weise, wie Wissenschaft versucht, die Welt zu präsentieren und zu erklären.“

Seit 2008 moderiert Lesch die Fernsehsendung, in der er Wissen zu aktuellen und relevanten Entwicklungen verständlich und unterhaltsam vermittelt. Das Themenspektrum spannt sich dabei von Beiträgen wie „ Corona – Wege aus der Krise“ über „Unter Beobachtung: Wie Daten dich verraten“ bis zu „Klima im Wandel – keiner stirbt für sich“.

Seit 1999 wird der Deutsche Fernsehpreis gemeinsam von den Sendern ARD, ZDF, RTL und Sat1 gestiftet und würdigt herausragende Leistungen für das Fernsehen. Neben der Kategorie „Bestes Infotainment“ werden noch 26 weitere Kategorien ausgezeichnet, darunter „Beste Regie Unterhaltung“, „Beste Kamera Fiktion“ und „Beste Dokumentation/Reportage“. Es ist einer der wichtigsten Fernsehpreise, die in Deutschland verliehen werden.


30.4.2020

Nachruf

Prof. Dr. Adalbert “Adi” Pauldrach verstarb am Samstag, 25. April 2020, nach kurzer, schwerer Krankheit (nicht an Corona). Diese Nachricht traf uns wie ein Schock, war Adi doch einer, den anscheinend nichts aus der Bahn werfen konnte. Immer war Adi ein Kämpfer, aber diesen letzten Kampf hat er leider verloren.

Adi studierte Physik an der LMU und diplomierte, promovierte und habilitierte 1991 am damaligen Lehrstuhl Kudritzki der Universitäts-Sternwarte. Für seine Arbeiten wurde er 1992 mit dem Gerhard-Hess-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet, 1999 wurde er zum außerplanmäßigen Professor ernannt.

Adi Pauldrach war ein international bekannter Experte für Atmosphären und Winde heißer Sterne, sein NLTE-Atmosphären-/Spektrumsynthese-Code “WM-basic” wird von vielen Kollegen verwendet.

Adi wurde auf Grund seiner Persönlichkeit und seines Humors von allen, die ihn kannten, äußerst geschätzt. Dies gilt auch und vor allem für seine Studenten, denen er immer hilfreich zur Seite stand. Als langjähriger Koordinator für den Master-Studiengang Astrophysik prägte er die Lehre in diesem Fach maßgeblich mit. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit, die u.a. auch sein vielbeachtetes Buch “Das Dunkle Universum” hervorbrachte, war Adi ein begeisterter Gleitschirmflieger und Fußballspieler.

Adi Pauldrach wurde am 30. April 2020 auf dem Münchner Waldfriedhof im engsten Familienkreis beigesetzt. Wir werden ihn vermissen!

Joachim Puls, Tadziu Hoffmann
für die Kollegen, Mitarbeiter und Studierenden der Universitäts-Sternwarte und der Fakultät für Physik


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